Meine Neujahrs-ansprache für 2026
Guten Abend, herzlich Willkommen liebe Anwesende
Mein Name ist Markus Bärtschiger, ich darf Stadtpräsident von Schlieren sein und ich wünschen ihnen im Namen der Stadt und der Kulturkommission einen guten Start ins Jahr 2026, nur das Beste und eine gute Gesundheit und uns allen gemeinsam einen spannenden und unterhaltsamen Apéro.
Der Jahreswechsel ist mehr als ein Datum im Kalender. Er ist ein Moment der Orientierung.
Ein Moment, um zurückzublicken auf das, was war – und um gemeinsam Verantwortung für das zu übernehmen, was da kommen mag. Gerade auf Gemeindeebene, dort, wo Politik nicht abstrakt ist, sondern den Alltag der Menschen unmittelbar betrifft.
2025 war für Schlieren ein bewegtes Jahr. Kein Jahr der grossen Schlagzeilen – aber eines der vielen Entscheidungen. Und wie wir wissen: Gerade diese Entscheidungen prägen eine Stadt oft stärker als jede symbolische Geste. Es war ein Jahr, in dem Wachstum wieder deutlich spürbar war. Mehr Menschen, mehr Verkehr, mehr Nutzung unserer Infrastruktur – und damit auch mehr Erwartungen an Verwaltung und Politik. Wohnraum, Mobilität, Schule, Betreuung, Sicherheit: Themen, die nicht nur ideologisch diskutiert werden, sondern ganz konkret vor der eigenen Haustür stattfinden.
2025 hat uns gezeigt, dass Fortschritt auf Gemeindeebene selten laut ist. Er zeigt sich nicht in grossen Reden, sondern darin, dass Dinge funktionieren. Dass Bauprojekte vorankommen – manchmal langsamer als gewünscht, aber mit Augenmass. Dass Schulräume bereitstehen, wenn Kinder sie brauchen. Dass öffentliche Dienstleistungen auch dann verlässlich laufen, wenn Ressourcen knapp sind und Anforderungen steigen. Natürlich gab es auch Diskussionen. Über Bauvorhaben. Über Finanzen. Über Prioritäten. Und ja – über Tempo. Und hier ist nicht gemeint das Tempo, das wir auf den Strassen fahren dürfen. Denn zwischen dem Wunsch nach Entwicklung und dem Bedürfnis nach Bewahrung verläuft in einer Stadt wie Schlieren eine sehr reale Spannung. 2025 war ein Jahr, in dem wir gelernt haben: Diese Spannung ist kein Problem – sie ist Teil demokratischer Aushandlung.
Gerade auf Gemeindeebene zeigt sich, wie wichtig der Dialog ist. Im Parlament, in Kommissionen, in Gesprächen auf der Strasse oder im Verein. Politik in Schlieren war 2025 oft sachlich, manchmal engagiert, gelegentlich auch hart in der Sache, manchmal auch überhart – aber getragen vom gemeinsamen Interesse an dieser Stadt.
Und das ist nicht selbstverständlich. Denn eine Stadt funktioniert nicht allein durch Beschlüsse. Sie lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen: im Milizsystem, in Vereinen, in der Nachbarschaft, im Alltag. Von Mitarbeitenden der Verwaltung, die Lösungen finden müssen, bevor sie Schlagzeilen machen. Von Freiwilligen, die dort anpacken, wo Strukturen allein nicht reichen. 2025 hat erneut gezeigt: Schlieren funktioniert, weil viele ihren Teil beitragen – oft leise, aber verlässlich.
Wenn wir nun den Blick auf 2026 richten, dann tun wir das mit dieser Erfahrung.
Aber eben und zuerst: Die Schweiz - wir stehen noch immer unter Schock. Die Tragödie, die sich in der Neujahrsnacht in Crans-Montana ereignet hat, wird das Land noch lange beschäftigen. Fest steht: Crans-Montana und die Schweiz werden diesen Jahreswechsel nicht vergessen. Halten wir denn auch hier kurz inne, im Gedenken. (Schweigeminute)
Danke. 2026 wird kein Jahr der einfachen Antworten. Die Herausforderungen bleiben: Verdichtung, nachhaltige Entwicklung, finanzielle Stabilität, soziale Balance. Die Frage wird nicht sein, ob wir Entscheidungen treffen müssen – sondern wie wir sie treffen.
Mit Augenmass statt Aktionismus.
Mit Weitblick statt kurzfristigem Denken.
Und mit dem Bewusstsein, dass Gemeindepolitik immer nah an den Menschen bleiben muss.
2026 bietet uns die Chance, begonnene Projekte konsequent weiterzuführen. Prozesse zu verbessern. Und vielleicht auch hier und da mutiger zu werden – nicht lauter, sondern klarer. Denn Vertrauen entsteht dort, wo nachvollziehbar entschieden wird und Verantwortung sichtbar bleibt.
Lassen wir 2025 also als ein Jahr in Erinnerung, in dem Schlieren nicht stehen geblieben ist – sondern Schritt für Schritt weitergegangen ist. Und gehen wir 2026 gemeinsam an: realistisch, engagiert und mit dem festen Willen, diese Stadt weiterhin lebenswert, offen und verantwortungsvoll zu gestalten.
Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen, Ihr Engagement und Ihre Aufmerksamkeit und wünsche uns allen ein gutes, gesundes und konstruktives Jahr 2026.